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W dniach
17-20.09.09 odby³ siê w Görlitz/Zgorzelcu jubileusz trzech organizacji
partnerskich – czeskiej GFPS-CZ, GFPS-Polska oraz GFPS e.V. z Niemiec.
Rangê uroczysto¶ci podnios³a obecno¶æ zaproszonych go¶ci: W³adys³awa
Bartoszewskiego, Adama Krzemiñskiego, Gabriele Lesser oraz wielu innych.
Sze¶ædziesi±t osób, cz³onków oraz sympatyków GFPS, poznawa³o urok i
rzeczywisto¶æ granicznej okolicy, dyskutowa³o nad istot± stosunków
s±siedzkich, przysz³o¶ci± oraz rozumieniem has³a wspólnej Europy, |
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by ostatecznie wspólnie ¶wiêtowaæ dwudziestopiêcioletni± rocznicê idei
studenckiej wymiany miêdzynarodowej. |
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GFPS to oddolna inicjatywa woluntarystycznej wymiany studentów miêdzy
s±siaduj±cymi krajami, obejmuj±ca obecnie kraje Europy ¦rodkowej i
Wschodniej: Niemcy, Polskê, Czechy oraz – od niedawna – Bia³oru¶. Dziêki
finansowemu wsparciu Fundacji Wspó³pracy Polsko-Niemieckiej oraz
Polsko-Niemieckiej Wspó³pracy M³odzie¿y m³odzi ludzie wyje¿d¿aj±
zagranicê realizowaæ swoje pasje, ambicje badawcze, jednocze¶nie
poznaj±c kraj pobytu z jego kultur±, mentalno¶ci± mieszkañców, tradycj±. |
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Pierwszy student wyjecha³ æwieræ wieku temu z Polski do Niemiec. Do dzi¶
setki studentów z czterech wspomnianych krajów spêdzi³o pobyty badawcze
w kraju partnerskim. |
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Jubileusz by³ te¿ okazj± do podsumowañ oraz
wyznaczenia celów dla organizacji na przysz³o¶æ. Przytoczmy (w jêzyku
konferencji: niemieckim) wypowied¼ W³adys³awa Bartoszewskiego,
Honorowego Patrona, która okaza³a siê specjalnie wa¿ka w Görlitz/Zgorzelec,
na terenie granicznym, gdzie s±siedzkie zrozumienie przeplata siê z
trudno¶ciami wspó³¿ycia. |
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Wypowied¼ W. Bartoszewskiego w jêz. polskim |
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W³adys³aw Bartoszewski, Ansprache anlässlich des Jubiläums von
GFPS
(Gemeinschaft für Wissenschaft und Kultur in Mittel- und Osteuropa)
Görlitz, 19. September 2009
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich stelle mir vor, dass das heutige dreifache (!) Jubiläum – nämlich
des 25-jährigen Bestehens von GFPS, der 15-jährigen Aktivität von
GFPS-Polen und des zehnten „Geburtstages“ von GFPS-Tschechien – unter
dem Zeichen der Begegnung stehen soll. Und diesem Begriff möchte ich –
passend zu der heutigen Gelegenheit – meinen Vortrag widmen.
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ schreibt der Philosoph Martin
Buber in seinem „Dialogischen Prinzip“. Umso mehr wundert es mich
gelegentlich, wie selten dieses Wort im alltäglichen Sprachgebrauch
vorkommt. Und wenn er schon benutzt wird, dann oft ohne das Bewusstsein
seines wahren, tieferen Sinns.
Vielleicht aber sollte ich davon nicht überrascht sein, denn unsere
moderne Kultur des Wegschauens überlässt wenig Platz für wahre
Begegnungen. Wegschauen heißt dabei nicht unbedingt buchstäblich den
Kopf abzuwenden. Es heißt in erster Linie, sich mit den Angelegenheiten
der Anderen nicht beschäftigen zu wollen. Sich keine Mühe geben, Andere
zu verstehen. Fremde Sichtweisen kennen zu lernen. Gedanken und
Meinungen auszutauschen.
„Am leichtesten trifft man Leute, denen man aus dem Weg gehen will“,
sagte einst deutscher Schriftsteller Lothar Schmidt. Und tatsächlich:
eine Begegnung im eigentlichen Sinne ist oft nicht einfach. Sie verlangt
nach Engagement. Dem Kennenlernen muss ein Interesse vorausgehen. Und
konstruktiver Meinungsaustausch findet nicht statt ohne zumindest
minimale intellektuelle Leistung und ohne einwenig Verständnis- bzw.
Akzeptanzbereitschaft für „fremde“ Perspektiven, Sitten oder
Anschauungen. Das Wort „fremd“ setze ich dabei bewusst in
Anführungszeichen, denn es ist letztendlich genau das Ziel und der Weg
zum Erfolg jeder Begegnung: das, was vorerst „fremd“ und unbekannt,
vielleicht sogar furchteinflößend war, zum Vertrauten und Bekannten zu
machen.
Dabei muss es nicht unbedingt heißen, Begegnungen sollen immer zum
Konsensus führen und schon gar nicht dazu, den Anderen von eigenem
Standpunkt zu überzeugen. Begegnung schafft zunächst eine Basis, einen
Raum, eine Gelegenheit für gegenseitige Präsentation. Für Diskussion,
oder besser: für den Dialog. Begegnung ist also das Gespräch und es ist
– sehr wichtig – das Zuhören. Der Ausgang dieses Dialogs kann
selbstverständlich höchst unterschiedlich sein und muss nicht immer
gleich in gemeinsamer Übereinstimmung enden. Es gibt aber nichts
schlimmeres, als Begegnungen zu vermeiden und im sturen, gefährlichen
wenn auch für viele leider bequemen Unwissen von- und übereinander zu
verharren.
Eine der prägendsten Erfahrungen meines Lebens war der Aufenthalt von
1983 bis 1990 als Gastprofessor an drei bayerischen Universitäten: in
München, Eichstätt und Augsburg. Zum einen, war diese Erfahrung für mich
so bedeutend, weil ich in dieser Periode unzählige persönliche, private
und berufliche Kontakte geknüpft habe, die mein gesamtes späteres Leben
bestimmen sollten und bis zum heutigen Tag bestimmen.
Genauso wichtig war aber noch etwas anderes: zum ersten Mal bekam ich
tagtäglich mit deutschen Studenten zu tun, mit hunderten von jungen
Menschen, die im Schnitt nach 1960 geboren wurden. Also mit der
Generation der Enkel der aktiven Teilnehmer oder Zeitzeugen des Zweiten
Weltkrieges. Es hat sich herausgestellt, was für mich zunächst
überraschend war, dass diese jungen Leute, intelligente, schon
gewissermaßen ausgebildete und an der Welt interessierte Studenten der
Politikwissenschaft, nur sehr fragmentarisches oder gar keines Wissen
über Polen und überhaupt über die Situation auf der anderen Seite des
eisernen Vorhangs besaßen. Woher sollten sie auch? Für die
überwältigende Mehrheit von ihnen war ich der erste Pole, der erste
Mensch „von drüben“, den sie im Leben getroffen haben. Ich war wie ein „fremdes
Wesen“ aus einer abgeschnittenen Welt, die auf Europas Karte zwar so
nahe lag, in Wirklichkeit aber genauso schwer erreichbar und genauso
unverständlich war, wie eine exotische Zivilisation auf der anderen
Seite der Erdkugel.
Nach und nach, haben wir jedoch gemeinsame Sprache gefunden. Das
Interesse meiner Seminarteilnehmer wurde soweit erweckt, dass ich die
Vorlesungen gelegentlich aufgrund der Überzahl der Kandidaten in zwei
parallelen Gruppen halten musste. Viele der Studenten haben unter meiner
Betreuung Diplomarbeiten verfasst, manche von ihnen sogar über Polen.
Ich erwähne oft eine lustige Anekdote aus dieser Zeit, von welcher
unsere gegenseitige „Entdeckung“ und Annäherung illustriert wird: einmal
stellte ich im Hörsaal fest, die Polen hätten im Grunde keine Vorurteile
gegen die Deutschen im allgemeinen, höchstens nur gegen die Preußen.
Daraufhin antworteten meine bayerischen Studenten: „Wir auch“. Die
letzte vorsichtige Zurückhaltung zwischen uns war damit verschwunden.
Heute, im vereinten Europa mögen derartige Begegnungen der wahren Art
selbstverständlich, ja alltäglich scheinen. Damals waren solche ersten
Kontakte bahn- und eisbrechend.
Aber es benötigt oft keinen Eisernen Vorhang und keine Berliner Mauer um
Begegnungen zu vereiteln. Oft reichen andere Mauern oder einfach
mangelnder Wille, um Menschen, die nebeneinander leben, in der Praxis
auseinander zu halten. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten Polen und Juden
jahrhundertelang auf demselben Boden. Die jüdische Gemeinschaft
zeichnete sich – neben facettenreicher Kultur – durch spezifische
Traditionsverbundenheit und lehnte assimilatorische Tendenzen weitgehend
ab, denn sie betrachtete ihr abgesondertes Dasein als einen
übergeordneten Wert, dem sie konsequenterweise die Treue hielt. Eine
nicht gerade kleine Gruppe orthodoxer Juden befürwortete sogar eine
völlige Isolation von der nicht jüdischen Umgebung. Auch die Polen, die
im alltäglichen Leben vielfältige Kontakte mit den Juden hatten,
beeilten sich im allgemeinen nicht gerade, diese Barriere der Fremdheit
zu überwinden. Jede der beiden Seiten neigte dazu, sich gegenüber der
anderen überlegen zu fühlen.
Diese Situation – ein Mangel an wirklichen Begegnungen und am
gegenseitigen Verständniswillen – war natürlich willkommener Boden für
Xenophobie und Vorurteile. Die schlimmsten von ihnen entstehen nämlich
dann, wenn Angehörige verschiedener Gruppen wenig oder gar keinen
wirklichen Kontakt miteinander haben: Kontakt im Sinne eines wahren
Dialogs. Auch historische Ressentiments werden dort konserviert – und
zwar oft über Generationen hinweg – wo kein historischer Dialog zustande
kommt. Wo keine Versöhnungs- oder sei es nur Annäherungsversuche
unternommen werden.
Unlängst wurde ich eingeladen, in der Katholischen Akademie Hamburg bei
einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem ehemaligen
Europaparlamentspräsidenten Prof. Hans-Gert Pöttering über europäische
Vergangenheit und Zukunft zu diskutieren. Meine Äußerungen waren bei
dieser Gelegenheit ebenfalls gewisser für die zwischenmenschlichen und
vor allem für die internationalen (in diesem Fall deutsch – polnischen)
Beziehungen sehr fundamentalen Form von Begegnung gewidmet: der
Begegnung historischer Perspektiven. Dass Menschen aufgrund
unterschiedlich erlebter Erfahrungen eigene Geschichtsauffassungen
ausarbeiten, ist durchaus verständlich. Das geschieht freilich auch im
Fall solcher Traumen wie z. B. Krieg oder Totalitarismus. Die gesamte
Nachkriegsgeschichte Europas ist von solchem mentalen Äquivalent des
Eisernen Vorhangs durchtrennt. Das Problem ist jedoch nicht das
Doppelgedächtnis selbst, sondern dass es oft zu wenig unternommen wird,
verschiedene geschichtliche Perspektiven einander zugänglich und
füreinander verständlich zu machen. Um vielleicht dabei auch voneinander
zu lernen. Denn Geschichte hat ebenfalls ein Potenzial, um zur
Begegnungs- und zur Dialogplattform zu werden.
In zahlreichen Fällen wären Konflikte durch konsequent realisierte
Begegnungen leicht zu überwinden. Doch Begegnungen – wie ich bereits
angedeutet habe, setzen guten Willen voraus. Sie brauchen Engagement und
Gesprächsbereitschaft. Manchmal brauchen sie auch den Mut, um den
symbolischen Brückenschlag gegen die vorherrschende Meinung und gegen
den allgemeinen Misswillen zu wagen. Wie viel leichter fällt es oft, bei
eingefahrenen Voreingenommenheiten und vertrauten Feindbildern zu
bleiben, als diese zu überwinden versuchen. Zugespitzt ausgedrückt:
Begegnungen scheitern oft an purer geistiger und moralischer Faulheit.
Darüber hinaus kommt es bekanntlich häufig vor, dass Begegnungen aus
ideologischen Gründen verhindert werden. Denn durch Verhinderung von
Begegnungen lassen sich künstliche Feindbilder konstruieren oder bereits
existierende Intoleranzen verstärken. Und wer vor einem imaginären Feind
Angst hat, ist anfälliger für populistischen Gedankengut. Kurz: er lässt
sich leichter manipulieren und somit beherrschen. Nicht ohne Grund
bedienen sich totalitäre Diktaturen zweier erprobten Herrschaftsmittel:
der Zensur und den Restriktionen bei Reisefreiheit. Denn Begegnung mit
freiem Wort ist wie Begegnung mit freier Meinung, ob persönlich oder
mittels Schrift bzw. sonstiger Informationsübertragung. Sie erweitert
den Horizont. Sie klärt auf. Und aufgeklärte Bürger waren von jeher der
wahre Feind der Diktatoren.
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach diesem ziemlich langen theoretischen Teil mit doch einigen
praktischen Beispielen zur Rolle und zur Bedeutung von menschlichen
Begegnungen, möchte ich zum wirklichen Anlass des heutigen Abends
zurückkehren. Die Gesellschaft für Studentischen Austausch ist eine
Einrichtung, die mittlerweile seit einem viertel Jahrhundert konsequent
eine Aufgabe realisiert. Diese Aufgabe besteht in Förderung des
Austausches von jungen Menschen aus Deutschland, Polen und Tschechiens.
Auf den Punkt gebracht, macht es also nichts anderes und nichts minderes,
als Begegnungen zu ermöglichen. Für seine Schützlinge eröffnet sie die
Tür zur sprachlichen, künstlerischen, akademischen und beruflichen Aus-
und Weiterbildung. Diese auf privatem Ehrgeiz und auf Leidenschaft
errichtete Organisation ist ein wahrer Träger der europäischen Werte.
GFPS hat auf eigene Weise dazu beigetragen, dass Europa die schwierigen
Probezeiten überdauert hat. Es hat unzähligen Stipendianten mit
geistiger und materieller Unterstützung beigestanden und ist auch
mitverantwortlich für das gemeinsame Europa von heute.
Die Mauern sind mittlerweile gefallen, die Grenzen wurden geöffnet. Wir
leben gemeinsam in einem Europa, in dem Begegnungen zur
Selbstverständlichkeit geworden sind. Wo eine gesamte Generation der
heute achtzehnjährigen aufgewachsen ist und gerade das reife
Erwachsenenalter erreicht ohne das dunkle europäische Geschichtskapitel
anhand eigener Erfahrungen zu kennen, manchmal ohne es einmal zu
verstehen. Das wäre übrigens auch Grund über spezifische Art von
Begegnungen zu sprechen: über Begegnungen der Generationen –wie meine
heutige mit Ihnen –, was aber ein Thema für andere Veranstaltung und für
andere Gelegenheit ist.
Doch auch in diesem neuen, demokratischen und freien Europa von heute,
hat die Gesellschaft für Studentischen Austausch die Aufgabe keineswegs
verloren. Im Gegenteil: das heutige Europa stellt uns vor besonders
dringende Verpflichtung den von ihm gesicherten und angebotenen Rahmen
von Freiheit entsprechend zum gemeinsamen Wohl zu nutzen.
Sehr geehrte Damen und Herren, Gäste des heutigen Jubiläums, meine
heutige Ansprache möchte ich mit den Worten von Johan Wolfgang von
Goethe abschließen. Mit Worten, die – wie es mir scheint – ein gutes und
passendes Motto dieser Veranstaltung darstellen: „Vermeide niemand, der
dir begegnet. Du findest leicht einen, dem du hilfst und einen, der dir
helfen kann“.
Erlauben Sie mir noch, dass ich Ihnen aus Anlass des heutigen – wie
erwähnt dreifachen – Jubiläums herzlich gratuliere und mich gleichzeitig
für ihr Engagement für das Zusammenwachsen des friedlichen Europa
bedanke. Und uns allen – jungen und alten – wünsche ich, dass wir keine
Angst vor Begegnungen haben: vor Begegnungen zwischen Menschen,
Meinungen, Kulturen und Völkern. Vor Offenheit und Akzeptanz. Es stimmt:
wahre Begegnungen sind manchmal anstrengend. Sie sind meistens mit einer
Dosis von persönlichem Engagement und oft mit Kompromissbereitschaft
verbunden. Doch letztendlich ist jede Begegnung ein Gewinn.
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